Voodoo Geschichte
Grundlagen und Hintergründe
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Das Wort Vodun, von dem sich das haitianische Voodoo ableitet, stammt aus der Afrikanischen Fon-Sprache, die auch heute noch in Benin gesprochen wird. Vodun bedeutet „Gottheit" ebenso wie „Idol".
Die Geschichte des Vodoo beginnt nicht, wie viele Menschen annehmen, um 1500 nach Christus in Haiti, sondern ca. 15.000 Jahre vor Christus in Afrika. Somit ist die eigentliche Quelle des Voodoos Ägypten und zwar bei den Pyramiden. Dort war das Volk, welches sich später Yoruba nannte versklavt im Dienste der Pharaonen und Priester. Dieses Volk wurde später freigelassen, hat aber nie die unglaubliche Dinge vergessen. Es herrschte eine tiefe Bewunderung, Glauben an Gott und das Volk versuchte die Kenntnisse über den Gott, Engeln und Geister aufrechtzuerhalten.
Die Yoruba, durchquerten zu dieser Zeit Afrika von Ägypten aus, über eine Route, die Afrika von der Mitte des Nils bis Mitte des Nigers kreuzt. Auf diesem Gebiet des heutigen Nigeria befand sich einen Kultur, welche die heutige Wissenschaft als Nok-Kultur bezeichnet. Zwischen 200 und 500 vor Christus traf nun die Völkergruppe der Yoruba auf die Nok-Kultur, und begann langsam mit dieser zu verschmelzen. Unter der Führung von König Oduduwa der Yoruba lies sich sein Volk zu dieser Zeit in der schon bestehenden Stadt Ile-Ife nieder, welche als heilige Stadt der Einheimischen Bevölkerung galt. Die Nachkömmlinge eroberten die Landstriche, durch die sie zogen, und legten so den Grundstein des Yoruba-Reiches, welches den Voodoo weitertragen sollte.
Im Jahre 1492 nach Christus entdeckte Kolumbus eine Insel, das heutige Haiti, der er den Namen „Hispaniola", gab. Sehr schnell hatten die Siedler den Geschmack des Zuckerrohres und des Tabaks, die Vorzüge der Baumwolle und landwirtschaftlichen Reichtum Hispaniolas entdeckt. Die Ureinwohner Hispaniolas erwiesen sich als schlechte Sklaven, und sehr krankheitsanfällig. König Karl V. von Spanien ordnete die Verschleppung von 15000 Schwarzen aus Afrika an, um die Nachfrage der spanischen Siedler auf Hispaniola nach kräftigen und robusten Sklaven zu befriedigen. Da zwar viele, aber nicht alle, der schwarzen Sklaven der Völkergruppe der Yoruba angehörten, begannen bald die Kulturen und Religionen zu verschmelzen, und legten so den Grundstein für das heutige Voodoo.
Heute geht man davon aus, dass in der Zeit von 16. bis 19 Jahrhundert zwischen zehn und zwölf Millionen Menschen aus Afrika deportiert wurde. Von den Überlebenden gelangen vermutlich etwas mehr als vierzig Prozent in die Karibik (v. a. nach Haiti, Kuba und Jamaika), etwa ebenso viele nach Brasilien, circa fünf Prozent nach Nordamerika und die übrigen ins spanische, französische und niederländische Südamerika. Somit entwickelten sich haitianische Voodoo, kubanische Variante des Voodoo - Santeria sowie die brasilianische Varianten des Voodoo - Candomble und Umbanda.
Im Geschichtsbewusstsein der Haitianer kommt dem Voodoo bei der Verschwörung in Bois Caiman sowie in der sich anschließenden Revolution eine außerordentliche Bedeutung zu. Dies hat den Voodoo zu einer Art Nationalreligion Haitis gemacht. So stößt man bis heute in Voodoo auf eine militärische Symbolik, die in den anderen afroamerikanischen Religionen nicht zu finden ist.
In Benin wurde Voodoo 1996 offizielle Staatsreligion. Am 4. April 2003 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Voodoo aufgeschlagen. Voodoo wurde zur offiziellen Religion auf Haiti erhoben. Priester und Priesterinnen haben nun auf Haiti dieselben Rechte wie ihre katholischen Kollegen. Sie dürfen offiziell Ehen schließen, Taufen durchführen und Begräbnisse leiten. Vor wenigen Jahren wurde der Voodoo durch den Papst als eigenständige Religion anerkannt, da durch die Voodoo Priester die meisten Heilungen erfolgten und so bekannt wurden.
Religiöse Inhalte des Voodoo
Einen zentralen Kern, um den sich alles dreht.
Im Voodoo besteht dieser zentrale Kern aus Verehrung der Loa (Gott, göttliches Wesen, guter Geist), Orakel, Ahnenverehrung und Wiedergeburt. So etwas wie Himmel und Hölle sind einem Voodooisten unbekannt. Warum? Im Voodoo glaubt man an die Wiedergeburt. Die Taten eines Menschen beeinflussen sein nächstes Leben. Hat sich ein Mensch gut, rechtschaffen und gläubig verhalten, hat er die Chance, zum Loa aufzusteigen. Somit wird ihm Macht und Einfluss zuteil, aber auch Möglichkeit gegeben, die Welt mitzugestalten. Hat sich ein Mensch weder allzu gut verhalten, noch war er böse, dann wird er neuerlich als Mensch wieder geboren, und es beginnt ein neuer Zyklus für Ihn. Wieder stehen ihm alle Chancen offen, aber es bedrohen Ihm wieder alle die Versuchungen und Verlockungen.
War ein Mensch nicht sehr gut in seinem Leben, so kann es sein, dass er in seinem nächsten Leben von dem Loa Sanktionen bestraft wird, dies können geistige und oder körperliche Behinderungen sein. Was aber im Voodoo Glauben eher weniger der Fall ist, und hauptsächliche leichte Vergehen betrifft. Schwerwiegende Vergehen hingegen werden mit Unglück oder Krankheit, oder der Wiedergeburt als Tier gestraft. Wenn ein Mensch ganz besonders schlecht war, dann kann er auch als Diab wiedergeboren werden, als dämonisches Wesen, dass nur danach trachtet, den lebenden zu schaden oder Sie zu beherrschen. Voodooisten gehen grundsätzlich davon aus, dass sowohl Loa, als auch Diab omnipräsent sind. Somit nehmen beide Gruppen am täglichen leben teil, und sind über alle Taten und Untaten der Gläubigen informiert. Es kann allerdings auch vorkommen, dass jemanden nicht zu jedem Zeitpunkt die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie einem anderen, daher können Kleinigkeiten übersehen werden.
Jeder Loa und jeder Diab hat eine eigene Persönlichkeit. Dieser beinhaltet den Charakter, Stärken, Schwächen und bestimmte Eigenheiten. Im Gegensatz zum christlichen Gott haben Loa und Diab menschliche Züge. Sie sind gut gelaunt, aber auch wütend, oder gar beleidigt. Der scheinheilige, leicht desinteressierte alte Man mit Rauschebart und megalomanischen Anwandlungen existiert für einen Voodoonsi nicht.
Leider vertreten viele Glaubensrichtungen sehr vereinfachte Sicht des Himmels. Man kann die unvorstellbarsten Gräueltaten vollbringen, solange man zum einem "Club" gehört, sich gewissen Ritualen unterwirft oder auf ein "Club-Konto" was spendet, ist alles wieder in Ordnung. In Voodoo ist dem mit absoluter Sicherheit nicht so. Untaten können den Zorn und Unwillen eines oder, ungünstigen Fällen, sogar mehrerer Loa auf dem Gläubigen ziehen. Dieser kann sich auch nicht von einem Priester von seinen Taten freisprechen lassen. Nein, der Täter muss seine Taten bereuen für sie geradestehen und selbst seinen Frieden mit dem Mysteres (Loa - Plural) schließen. Ein Priester kann Zwar fürsprechend einschreiten und versuchen, die Mysteres für den Übeltäter günstig zustimmen, aber er kann diesen nicht von seinen Sünden lossprechen. Dieses Privileg steht einzig und alleine den Mysteres selbst zu, da ja sie beleidigt wurden, oder gegen ihre Regeln verstoßen wurde.
Auch sind sie es, welche die Strafen über den Übeltäter verhängen, und kein Mensch.
Hier werden die Voodoo Gottheiten dargestellt, wie es traditionell überliefert wurde. In dem Abschnitt Candomble (Voodoo) und die Einheit der Religionen präsentieren wir unsere Sicht und Zusammenhänge, wie wir sie in unserer Voodoo und weiß magischen Praxis benutzen.
Voodoo Gottheiten
Rada- und Petro-Loa
Vodoo-Anhänger unterteilen die Wesenheiten in Rada- und Petro-Loa. Allerdings lassen sich die beiden Ausrichtungen nicht so strikt trennen wie beispielsweise Engel und Dämonen im Christentum. Die Loa der Rada-Gruppe dienen eher der Erschaffung, dem Aufbau und der Erhaltung des Lebens, Angehörige dieser Familie sind Gottheitem wie der Waldgott Loco, der Meeresherrscher Agwé und die Schönheitsgöttin Erzulie. Einige Gottheiten lassen sich beiden Seiten zuordnen. So kann Legba, der Gott der Wegkreuzungen, sowohl als wohlwollender Rada-Loa angerufen werden, als auch als Petro-Loa ein Werk der Zerstörung vollbringen. Die reinen Petro-Loa bilden eine Gruppe vom Dämonen, die vor allem für Schadzauber angerufen werden. Kulte macht haitianisches Voodoo so gefährlich hinsichtlich der dort ausgeübten Schadzauber. Eine Anrufung der Petro-Loa ist in jedem Fall mit erheblichem Gefahren für Körper und Seele verbunden, und besonders unvorbereiteten Personen ist dringend davon abzuraten.
Rada Loas
Legba oder Elegba, Eshu, Ellegua
Eigenschaften: Gott der Kreuzwege, Sänger, Krieger, Narr, Hüter der Schwelle zum Geisterreich – erscheint als Kind oder verkrüppelter Greis
Im haitianischen Voodoo-Kult wird Legba in zwei gegensätzlichen Erscheinungsformen verehrt: Zum einen als Kind, zum anderen als am Stock gehender alter, verkrüppelter Mann. Beiden gemeinsam ist trotz alledem seine Schnelligkeit und Unberechenbarkeit. Er gilt als Schwindler und persönlicher Schicksalsbote, ist rebellisches Kind und weiser, alter Mann. In einigen Mythen wird Legba auch als Dieb bezeichnet, da er göttliche Geheimnisse gestohlen und den Menschen weitergegeben haben soll.
Jede Zeremonie beginnt mit seiner Anrufung und endet mit seiner Verabschiedung. Erst der Kontakt mit Legba ermöglicht eine Verständigung mit den anderen Göttern, denn er ist der Wächter am Tor zur Geisterwelt. Während einer Beschwörung tritt er meist als Götterbote auf, indem er die Worte der Geister in die Sprache der Menschen übersetzt. Mit Legbas Zustimmng ist es deshalb auch möglich, dass Verstorbene ins Reich der Lebenden zurückkehren können.
Shango oder Xango, Chango
Eigenschaften: Gott des Feuers, Krieger, Richter, Herr über Blitz und Donner – mutiger, jähzorniger und gut aussehender Mann
Ursprünglich wurde Shango von den Yoruba, einem Volksstamm im heutigen Nigeria, verehrt. Obwohl er zu den mächtigsten sieben Loas gehört, wird er heute auf Haiti seltener als die anderen angerufen. Er wurde als einer der Erdgötter auf der Erde geboren und lebte zunächst mit den Menschen zusammen, wo er als Herrscher im Königreich Oyo regierte.
Heute wird er als Gott der Gerechtigkeit verehrt. Auf dem Hausaltar wird Shangos Macht durch eine Doppelaxt oder das Gehörn eines Widders verkörpert. Eine Anrufung Shangos kann bei bevorstehenden Gerichtsverhandlungen unterstützen sowie Mut und Kraft verleihen.
Oshun oder Oxum, Ezili, Erzulie
Eigenschaften: Göttin der Liebe und der Schöpfungskraft, Herrin des Überflusses und der Leidenschaft – schöne, verführerische junge Frau
Oshun ist die afrikanische Venus oder Aphrodite. Ihr zugeordnet sind Schönheit, Sinnlichkeit und Liebe. Erzulie ist die Herrscherin über die darstellenden Künste, wie Malerei und Bildhauerei, und so gehört auch aller Schmuck ihr. Es ist ihre Aufgabe, Lebenslust und Leidenschaft zu verbreiten. Über das kühle Wasser, das ebenfalls in ihren Machtbereich gehört, heilt sie Kranke. Ihre Großzügigkeit nährt die Hungernden. Sie verbreitet kosmische Fülle, damit sich alle an der Schönheit der Schöpfung erfreuen können.
Doch Vorsicht, Erzulie ist auch die Mutter der Hexen und schminkt sich mit dem Blut ihrer Feinde – auch die Geier unterstehen ihrer Herrschaft.
Oya oder Yansa, Aida-Lenso, Olla
Eigenschaften: Göttin des Windes, Feuers, Wassers, Regenbogens; Herrscherin über die Naturgewalten, Kriegern – mutig, schön, feurig und unberechenbar
Oya ist die Göttin der plötzlichen Veränderungen. Ihre Energie äußert sich auch in der Gewalt ihrer zerstörerischen Kräfte, die Wirbelstürme, sintflutartige Regenfälle und Erdbeben bringen können.
Oyas Macht liegt in ihrer Schnelligkeit und Wandlungsfähigkeit.
Yemaya oder Imanje, La Balianne
Eigenschaften: Weibliche Gottheit der Meere – mütterlich, nährend, liebevoll und begehrenswert
Yemaya ist die Herrin der Meere und die Verkörperung der weiblichen Macht. Sie wacht über alle nährenden Kräfte und richtet die Angelegenheiten der Frauen. Yemaya schützt den Fötus im Mutterleib und wacht über den häuslichen Bereich. Sie hat sowohl nährende als auch verzehrende Kräfte. Ihre Aufgabe ist die stetige Erneuerung. In vielen Ländern werden ihr zu Ehren in Vollmondnächten Feste gefeiert.
Obatala oder Oxala, Batala, Blanc Dani
Eigenschaften: Himmelsgottheit, verkörpert die Schöpfungsenergie – alt und weißhaarig, gütig, unendlich mächtig
Obatala ist de Schöpfergottheit der Yoruba. Sein/ihr Name steht für den Gottesbegriff an sich. Die Gottheit gilt als unmittelbarer Nachkomme des allerhöchsten, allgegenwärtigen Gottes Oludumare. Die Gottheit verkörpert die hohen ethischen Werte Gerechtigkeit, Weisheit, Klugheit und Großmut.
Sie bringt den Menschen Fülle und Vielfalt, sie vermag auch todbringende Krankheiten zu heilen. Obatala ist fortwährend bemüht, seine Schöpfung zu erhalten, was ihn zu einem Verbündeten im Kampf für den Umweltschutz macht.
Ogun oder Ogum, Ogu
Eigenschaften: Der wilde Mann aus den Wäldern, Gott des Eisens und der Schmiedekunst, Beschützer des Reichtums und der Arbeit – ruhiger, gefährlicher Mann
Der nigerianische Gott Ogun machte einst das wilde Dickicht der Wälder auf der neugeschaffenen Erde für die Götter begehbar, indem er die Machete und die Axt erschuf und damit Wege rodete. Daher wird er auch der Gott der Pioniere genannt und „Der, der den Weg ebnet“. Ogun lehrte die Menschen, Buschmessr herzustellen, um sich zu verteidigen. Er brachte ihnen die Kunst des Schmiedens bei und ließ sie Häuser zu ihrem Schutz erbauen. Das macht ihn zum Vater aller Zivilisation und Technologie. Der Sage nach wollten die Menschen ihn einst zum König krönen, doch nachdem er die Menschen alles gelehrt hatte, gab er die Krone zurück und ging wieder in die Wälder.
Agwé oder Agwé-Taroyo
Eigenschaften: Gott des Wassers, Herr der Meere – schön, stolz, ordnungsliebend, gepflegtes Äußeres
Er ist zuständig für die Tier- und Pflanzenwelt in allen Gewässern der Erde und hält ihre natürliche Ordnung aufrecht. Als Wesenheit wird er oft mit dem europäischen Meeresgott Neptun verglichen, von dem vermutlich auch das Symbol des Dreizacks übernommen wurde.
Agwé wird angerufen, um die Wasser zu besänftigen oder um eine sichere Überfahrt zu haben, ebenso wie von alle jenen, die vom Fischfang leben und deren Lebensgrundlage von der Erhaltung der Gewässer abhängt. Wer unter seinem Schutz steht, wird nicht ertrinken oder durch Wasser zu Schaden kommen.
Damballah oder Aida-Wedo
Eigenschaft: Frühzeitliche Urgottheit, Schlangengott in Schlangengestalt, kosmische Urkraft, Hüter der Bäume und Gewässer – temperamentvoll, streng und mutig
Damballah ist ein uraltes und sich ewig erneuerndes Wesen. Er, der schlangenartige Hüter des kosmischen Wissens, ist die formgewordene Urkraft.
Loco
Eine andere Urgottheit ist der Gott Loco. Er ist der unsichtbare Vegetationsgeist, gewissermaßen eine menschenähnliche Form der Pflanzen. Der Legende nach war Loco der erste
Priester, der sich vom Menschen in einen Loa verwandelte. Daher nimmt er zwischen Menschen und Göttern eine Vermittlerposition ein.Erscheint Loco bei einer Zeremonie, ist er an seinem Knotenstock erkennbar, den er mit sich führt, oder an seinem pfeiferauchenden Diener, der ihn stets begleitet.
Simbi
Der Loa der weißen Magie. Simbi wird als grüne Schlange dargestellt und gilt als besondere weise. Von Simbi Besessene winden sich wie Schlangen und fühlen sich zu Gewässern hingezogen. Weit mehr als Damballah jedoch sind Simbi vom Element Wasser abhängig. /p>
Auch Simbi kommt eine Art Vermittlerstellung zwischen den Menschen und den Geistern zu, da das mythische Jenseits von den Voodoo-Anhängern tief unter im Meer angesiedelt wird.
Petro Loas
Das Petrosymbol
Das Petrosymbol ist rein schwarzer Natur. Es symbolisiert die aggressive Seite des Voodoo. Als Opfer bringt man beispielsweise das Blut einer Ziege dar.
Baron Samedie, Baron La Croix und Cemetiere Boumba
Die Barone sind die Götter der Toten und der Friedhöfe, wobei Baron Samedie als der mächtigste angesehen wird. Er erscheint als schwarzer, dünner Mann mit einem Zylinderhut
und einem Zeigestock in den Händen. Baron La Croix erscheint als Skelett, das alle Fragen spöttisch beantwortet und durch sein furchtbares Äußeres große Angst verbreitet. Baron Cemetiere Boumba ist von schemenhafter Gestalt und erschreckt durch sein donnerndes Auftreten. Die Farben der Barone sind schwarz und violett. Alle Rituale sollten bei Nacht auf einem Friedhof stattfinden. Als Opfergaben eignen sich am beste Kohle, schwarze Kerzen, violette Blumen oder Steine sowie Rum und schwarze Hühner.Marassa
Eine Besonderheit des Voodoo-Kultes ist die Verehrung von Zwillingen. Sie nehmen neben den Loas eine machtvolle Sonderstellung ein, die sich auf afrikanische Gebräuche zurückführen lässt. Die besondere Beachtung, die alle lebenden und verstorbenen Zwillinge genießen, beruht auf dem Glauben an das göttliche Zwillingspaar Mawu und Lisa. Sie
stehen für die männlich-aktiven und weiblich-passiven Energien, verkörpert in Sonne und Mond. Gemeinsam werden sie oft als zwitterhafte Gottheit, als untrennbare kosmische Einheit verehrt. Zwillinge, insbesondere wenn es sich dabei um einen Jungen (Dossou) und ein Mädchen (Dossa) handelt, werden daher als ihre irdischen Vertreter angesehen.Die Geburt von Zwillingen ist in jedem Falle mit viel Aufruhr verbunden, da sie als besonders mächtige Wesenheiten gelten. Sie werden von vornherein als schwierig, jähzornig, boshaft und überaus empfindsam betrachtet.
Im täglichen Leben ist es äußerst wichtig, beide Kinder vollkommen gleich zu behandeln, da sie ausgesprochen empfindlich auf das Gegenteil reagieren. Oft werden die Familien von Zwillingen verstärkt von Krankheiten und Unglücksfällen heimgesucht, was von Voodoo-Anhängern darauf zurückgeführt wird, dass die Pflichten gegenüber Marassa vernachlässigt wurden.
Mehr über Candomble (Voodoo) und die Einheit der Religionen lesen.Voodoo: Literatur:
Heike Owusu - Voodoo Rituale - Hintergründe, Praxis und SchutzmaßnahmenPapa Shanga - Praxis der Voodoo - Magie
Papa Shanga - Voodoo Praxis - Neue Techniken, Rituale und Praktiken des Voodoo
Papa Nemo - Der Weg des Voodoo - Von den Grundlagen zur Praxis
Astrid Reuter - Voodoo und andere afroamerikanische Religionen
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